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Heute Morgen saß sie noch nach einem guten Frühstück mit allen anderen zusammen im Gottesdienst. Es scheint, als wäre das Thema, das in drei Teile untergliedert war, genau auf dieses Ereignis abgestimmt gewesen.

Der erste Gedanke drehte sich um die lebendige Beziehung zu Gott im Gebet mit der Frage, ob wir überhaupt noch beten können oder es längst verlernt haben. Im zweiten Gedanken wurde gezeigt, dass es nicht auf die großen Dinge im Leben ankommt, sondern dass man auch die kleinen Dinge zu schätzen weiß. Dies wurde verdeutlicht mit einer Auktion.

Ein Vater und sein Sohn waren große Kunstliebhaber und sammelten sich immer neue Werke großer Künstler. Der Sohn wurde zum Krieg eingezogen. Lange hörte der Vater nichts von ihm. Als die Meldung ihn erreichte, dass der Sohn vermisst sei, machte ihn das überaus traurig. Eines Tages stand ein junger Mann vor seiner Tür. Dieser berichtete ihm, dass er dabei war, als sein Sohn getötet wurde. Vorher hatte der Sohn jedoch noch etwas für seinen Vater gemacht, das er ihm hiermit überbringen wolle. In dem Paket befand sich ein Bild, das der Sohn gemalt hatte.

Der Vater platzierte dieses Bild über dem Kamin, nahm dafür das Bild eines berühmten Künstlers weg. Als er starb, er hinterließ keine Erben, wurde sein Besitz versteigert. Er war bekannt in der Kunstbranche für seine auserlesene Kunstsammlung. Und so fanden sich viele Interessierte ein, die einen van Gogh, Rembrandt oder Monet ersteigern wollten. Der Auktionator begann die Auktion mit dem Bild, das sein Sohn für ihn gemalt hatte. Die Interessierten wollten darauf nicht bieten. Aber dieses Bild sollte als erstes versteigert werden. Da meldete sich ein einfach gekleideter Mann und sagte: „Ich habe diesen Jungen gekannt. Ich nehme das Bild. Aber ich habe nicht viel Geld. Ich kann nur 10 Dollar dafür geben.“

Der Auktionator fragte in die Runde. „Wer bietet mehr?“ Niemand wollte für dieses Bild mehr bieten. Und so ging dieses Bild an den einfachen Mann. Jetzt wurden die Interessierten aufgeregt, was wird als nächstes kommen. Doch der Auktionator teilte ihnen mit, dass die Auktion beendet sei. „Was ist mit all den anderen großen Kunstwerken?“ fragten die Besucher. „Der Verstorbene hat verfügt, wer das Bild seines Sohnes ersteigert, erhält alle anderen Bilder dazu!“ Genau so ist es mit Gott. Wer den Sohn Gottes annimmt, erhält alles, was er sich nur denken kann dazu, sogar das ewige Leben. Doch wie oft schätzen wir die einfachen Dinge gering?

Im dritten Gedanken ging es darum, wie sehr wir unsere Mitmenschen schätzen. Sehen wir nur zu jenen auf, die in der Welt etwas gelten, oder sehen wir auch die kleinen, die unbedeutenden Menschen? Sehen wir nur Reichtum und Macht oder ist uns auch der Mensch wichtig? Mir kam dabei die Geschichte mit dem Bettelstudenten in Erinnerung, in dem sich ein König eben als Bettelstudent verkleidet unters Volk begibt. Ja, auch Gott kam in der Gestalt eines Dieners in die Welt.

Als ich unsere neue Bewohnerin heute Mittag zu Bett brachte, sollte dies nur für ihren Mittagsschlaf sein. Sie wurde gelagert nach ihren Wünschen, erhielt ihr Plüschtier in ihre Nähe und schlief bald friedlich ein. Noch immer liegt die Ruhe und Entspannung auf ihrem Gesicht. So wird es wohl bleiben bis zur Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. Nach einem langen, erfüllten Leben kann es geschehen, dass der Tod in unser Leben tritt. Still, ohne großes Aufsehen, ohne seinen Schrecken zu verbreiten.

Ihr Tod kam so überraschend, dass die Familie sie nicht auf dem letzen Weg begleiten konnte. Doch es scheint, sie hatte bereits vorher Abschied genommen. Sie kam vor zwei Wochen aus der Reha zu uns. Die Angehörigen erzählten mir, dass sie auf dem Weg von dort sagte, sie wolle noch einmal in ihr Haus gehen und dann gehe sie nach Heddesbach. In diesen zwei Wochen erlebten wir, wie sie stetig ihre Fähigkeiten verlor. Ihr Tod ist ein Verlust, aber auch in seiner Art eine Bereicherung.

Nachdem die Mitarbeiter sie versorgt haben, entzündeten sie auf dem Nachttisch eine Kerze und stellten eine Blumenschale dazu. Die Heimbeiratsvorsitzende trennte sich von dem Zweig einer getigerten Orchidee aus ihrer Orchideenzucht, der jetzt mit einem Fächerblatt in ihren Händen ruht. Natürlich wurde auch unsere Glocke geläutet zu ihrem Ausgang. Als die Angehörigen am Nachmittag von ihr Abschied nahmen, waren sie überrascht von ihrem entspannten Anblick und erfreut über den liebevoll hergerichteten Leichnam.

Im Gespräch erfuhr ich, dass die Verstorbene sich lobend über den Einsatz meiner Mitarbeiter geäußert hatte, wo sie „doch so schwierig“ war. Es hat mich gefreut, dass sie sich bei uns offensichtlich wohl fühlte in diesen zwei Wochen und auch die Angehörigen die Arbeit meiner Mitarbeiter zu schätzen wissen.

Im Gedenken an eine kurze Bekanntschaft

© Johannes Paetzold

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