Die Wirklichkeit ist oft ganz anders
  Die Wirklichkeit      ist oft ganz anders

Pflegesätze - ihre Entstehung

Immer wieder begegnen wir dem Vorurteil, dass Heimbetreiber willkürlich überhöhte Pflegesätze berechnen. Da steht z. B. das Argument im Raume:

 

"Wenn ein Pflegebedürftiger schon über € 3.000 im Monat bezahlen muss, kann er auch etwas dafür fordern!"

 

Im Rahmen unserer Transparenzoffensive haben Sie erstmals die Möglichkeit, Einblick zu gewinnen in die Preisfindung neuer Pflegesätze.

 

Wie also entstehen Pflegesätze?

 

Im ersten Schritt werden Sie mit den Grundlagen für den Antrag auf Pflegesatzverhandlung bekannt gemacht. Das Pflegeheim hat eine Vorstellung davon, mit welchen künftigen Pflegesätzen der Versorgungsauftrag erfüllt werden soll. Hierbei sind maßgebend die Personalkosten mit einem Anteil von ca. 80 % und die Sachkosten mit ca. 20 %. Ausgehend von den realen Kosten des letzten Abrechnungszeitraumes (hier: 2015) werden für einen künftigen Zeitraum die neuen Pflegesätze beantragt.

 

Bevor die Pflegesatzkommission überhaupt mit dem neuen Pflegesatzbegehren konfrontiert werden kann, sind

 

- die Pflegebedürftigen detailliert über den Änderungswunsch aufzuklären mit

  den bisherigen Grunddaten und den gewünschten neuen Grunddaten. Diese

  haben dann bis 1 Monat nach Festlegung der neuen Pflegesätze ein

  Sonderkündigungsrecht, sollten sie mit den neuen Pflegesätzen nicht

  einverstanden sein.

 

- dem Heimbeirat die detaillierte neue Pflegesatzforderung zur Prüfung

   vorzulegen. Dieser hat die Möglichkeit, eine Fachkraft im Finanzwesen zu Rate

   zu ziehen. Erst mit Zustimmung des Heimbeirates kann der Antrag auf neue

   Pflegesätze an die Pflegesatzkommission versandt werden.

 

Dieser Antrag wird den Pflegekassen, dem Landessozialamt (KVJS) und dem zuständigen Sozialamt (hier: Sozialamt des Rhein-Neckar-Kreises) übermittelt, damit diese sich auf die Pflegesatzverhandlung vorbereiten können. Bei der darauf folgenden Pflegesatzverhandlung sitzen dann die Vertreter der Kassen und der Sozialhilfe (bisher waren es immer fünf Teilnehmer - vergleichbar der Arbeitgeberseite bei Lohnverhandlungen) dem Vertreter der Pflegeeinrichtung (vergleichbar der Gewerkschaft bei Lohnverhandlungen) gegenüber und unterbreiten ein Angebot dessen, was sie bereit sind, zu genehmigen.

 

Das Ergebnis dieser Verhandlungen, die sich in der Regel in mehreren Stufen entwickeln, wird schriftlich festgehalten und ist für sämtliche Bewohner der Einrichtung für den festgelegten Zeitraum bindend.

Für die Berechnung der neuen Pflegesätze wird ein Formular verwendet, das von der Schiedsstelle nach SGB XI heraus gegeben wurde. Hier sind die entsprechenden Regeln und Grundlagen hinterlegt. Von diesen kann von seiten der Pflegeeinrichtung nicht abgewichen werden. Im Anhang finden Sie die Kalkulationsgrundlage für die aktuell anstehende Pflegesatzverhandlung.

Mit diesen Formularen geht die Pflegeeinrichtung in die Pflegesatzverhandlungen. Welches Ergebnis am Ende steht, erfahren Sie zu gegebener Zeit an dieser Stelle.
02 a Kalkgrundl f HA Pflegesätze bei 17 [...]
PDF-Dokument [70.3 KB]
Wo steht das Haus Maranatha im direkten Vergleich der Pflegesätze?
Kostenträger vergleichen im Zusammenhang mit Pflegesatzverhandlungen die Pflegesätze der Pflegeeinrichtungen in der Umgebung des zu verhandelnden Heimes. Dies ist der direkte Vergleich des Eigenanteils eines Pflegebedürftigen im Umkreis von 17 km in den jeweiligen Pflegestufen. Die Pflegesätze des Hauses Maranatha sind grün hinterlegt.
externer Vergleich Umfeld 17 km.pdf
PDF-Dokument [430.4 KB]

Die neuen Pflegesätze wurden in der Verhandlung mit dem überörtlichen Sozialhilfeträger, dem Sozialamt des Rhein-Neckar-Kreise sowie dem Vertreter der Pflegekassen auf der einen Seite und dem Leiter des Hauses Maranatha auf der anderen Seite gefunden und vereinbart.

 

Für in der Kalkulation zuviel berechneten 0,03 Planstellen in Leitung und Verwaltung, 0,12 Planstellen im Bereich Speisenversorgung gab es den entsprechenden Abzug bei den Pflegesätzen.

 

Der Gesetzgeber hatte vor Jahren verfügt, dass im Pflegeheim ein Vertragsverhältnis regelmäßig mit dem Todestag endet. Aus diesem Grunde hat der Gesetzgeber öffentlichen und freigemeinnützigen von Anfang an einen Gewinnzuschlag von 4 % zugestanden, um Einnahmeausfälle für die Zeiten zu kompensieren, in denen z. B. ein Bewohner verstorben ist bis zur Wiederbelegung des Platzes.

 

Bisher wurde privaten Anbietern von Pflegeleistungen dieser Zuschlag verweigert. Durch einen Schiedsstellenentscheid wurde diese Praxis nun geändert. Erstmals seit 1992 wurde heute von den beantragten 4 % Zuschlag dem Hause Maranatha für das unternehmerische Risiko ein Gewinnzuschlag von 1,5 % zugestanden. Das sind € 7887 im Jahr.

 

Auf dem Hintergrund dieser beschriebenen Positionen ist der neue Pflegesatz nach ca. 2 Stunden zustande gekommen.

 

 

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